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Leader????

Manchmal denkt man, es ist stark festzuhalten. Doch es ist das Loslassen, das wahre Stärke zeigt.

 Je stärker die Bindung zwischen Dir und Deinem Hund ist, umso stärker reflektiert Dein Freund Deine Gefühle, Deine Stimmung, Deinen Charakter. Es ist schon wahr, dass der Hund der Spiegel Deiner Seele ist. Weil das so ist, musst Du von der ersten Sekunde an die Verantwortung übernehmen und Deinem Hund ein Vorbild sein, ihm Halt und Schutz geben, ihm helfen, kurz: liebevoller Leader sein. Ein guter Leader ist eine gelungene Mischung aus:

  • 30 Prozent verständnisvollem Vater/Mutter
  • 30 Prozent liebevollem Lehrer
  • 20 Prozent alles verzeihendem Freund
  • 10 Prozent psychologisch geschultem Coach
  • 20 Prozent robustem Spielkameraden

Hast du nachgerechnet? Völlig korrekt – ein guter Leader gibt immer 110 Prozent! Leader werden ist nicht schwer – Leader sein dagegen sehr In diesem Zusammenhang ist auch interessant, wie heute durch verschiedene Wortspiele der Begriff des Alpha-Männchen (oder Frauchen) missbraucht wird. Der Alpha in seiner ursprünglichen Bedeutung war nicht der körperlich starke dominante Herrscher über sein "Volk", er war vielmehr der, der in jeder Situation im ALPHA-Zustand war. ALPHA-Zustand bedeutet: ausgeglichen sein, jeder Situation gewachsen sein, die Verantwortung für die anderen übernehmen, niemals in den Beta-Zustand = Panik geraten. Alpha ist also ein souveräner zuverlässiger Leader.

Ein Mensch, der Geduld haben muss als Erzieher, ist ein armer Teufel. Liebe und Freude muss er haben! (Johann Heinrich Pestalozzi)

Leader wirst Du in dem Moment, wenn Du Deinen Hund das erste Mal siehst. Sei es nun der niedliche Welpe beim Züchter oder Deine große Liebe aus dem Tierheim. Mit dem ersten Blick knüpfst Du das Band, das Euch künftig zusammen hält. Wenn Du Deinen Hund zu Dir holst, hast Du bereits Leader zu sein – Du kannst es nicht üben, Du musst es sein. Das fällt vielen Menschen extrem schwer, denn der menschliche Charakter, die menschlichen Eigenheiten, eben die gesamte Palette menschlicher „Schwingungen“ stürzen auf den Hund ein und machen ihn zu dem, was er ist.


Beispiel aus der Praxis: Eva kam zu uns, verzweifelt wie die meisten unserer „Klienten“. Ihre 1-jährige Malinois-Hündin ist ängstlich, kommt nicht auf Rufen, läuft davon…Der erste Kontakt zwischen Eva und mir war telefonisch. Sie klang nervös, versuchte jedoch, die Sachlage mit Humor zu beschreiben. Als wir uns dann persönlich trafen, bestätigte sich meine Vermutung: Eva ist ein schüchterner, leicht unsicherer Typ. Ihre Hündin war das exakte Spiegelbild von Eva – nervös, unsicher, ängstlich. Beim geringsten Anlass schaukeln sich die beiden emotional gegenseitig hoch. Beim Spaziergang stelle ich dann fest, dass jede Bewegung der Blätter, jedes noch so kleine Geräusch von beiden aufs Stärkste registriert wird, beide sind Anspannung pur. Als ich Eva bitte, die Hündin auf einer großen Wiese von der Leine zu lassen, kommt die Antwort: die kommt nicht, wenn ich sie rufe! Erst als ich Eva vorlüge, dass hinter der Böschung ein Zaun ist und die Hündin da nicht weiter kann, löst Eva die Leine (die sichtbare und die unsichtbare) und die Hündin läuft einige Meter vor. Ich bitte Eva nach einigen Minuten, die Hündin nun zu rufen. Eva, mit dem Wissen, dass ihr Liebling nicht weit weg kann, ruft entspannt nach Fibi und die kommt unverzüglich zurück. 


Du kannst einen Hund nicht täuschen, wenn Du nur Souveränität vorspielst, nützt es gar nichts. Wenn Du Charakterstärke simulierst, hilft es nichts – der Hund kennt die Wahrheit von der ersten Sekunde an. Ein guter „Leader“ vertraut aber auch seinem Hund, der gewisse Situationen wesentlich besser einschätzen kann als wir Menschen. Ob von einem Fremden eine Gefahr ausgehen könnte oder nicht, kann ein unbelasteter Hund wesentlich besser erkennen als wir Menschen. Ob im Wald eine verdeckte Gefahr (ein alter, fast verschütteter Brunnen vielleicht) droht, spürt ein Hund viel früher als wir Menschen. Gegenseitiger Respekt – gegenseitige Liebe und gegenseitiges Vertrauen sind also die Vorbedingungen für die „unsichtbare Leine“. Damit das alles funktioniert, bist Du aber gefordert. Du musst lernen, Deine Worte, Gesten, Deine Gefühle und Gedanken immer zu kontrollieren. Das ist auch das Erste, das meine "Schüler" lernen müssen. Wenn Du es mal versuchst - 10 Minuten lang - erkennst Du, wie schwer es ist.

(Das ist ein Auszug aus unserem irgendwann erscheinenden Buch "Phänomen Verständigung" - die entsprechenden Übungen und Videos befinden sich in unserem Onlinekurs "Energiewende")

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