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Hund und Ball

Spiel, Motivation oder Ersatzbefriedigung

 

Es ist merkwürdig, worüber man manchmal urplötzlich nachdenkt. Hund und Ball ist doch ein alltägliches Bild, nichts, worüber man nachdenken muss. Oder doch? Da spielt ein Hund mit dem Ball – Herrchen oder Frauchen wirft den Ball, der Hund rast wie ein Berserker hinterher und bring das Balli brav wieder zu Frauchen oder Herrchen. Der nimmt den Ball und wirft ihn wieder. Das geht lange, lange so weiter. In der Regel so lange, bis Frauchen oder Herrchen das „Spiel“ abbricht.  

dachshund 2801454 1920 269x300 Wenn ich das sehe, habe ich immer Mitleid mit dem Hund. Ja, sicher, ich habe eben eine andere Denkweise als die meisten Hundehalter, oft genug sogar eine sehr extreme – wie eben zum Thema ballspielende Hunde....

Ich frage mich, ob das für den Hund „Spiel“ ist. Ist es nicht so, dass auch Ballspiel oder Stöckchen holen für den Hund eine Gehorsamsübung darstellt. Eine Übung, die durch den Adrenalin-Ausstoß sogar zur Sucht werden kann? Welcher Hund würde einem anderen Hund den Ball wegwerfen und darauf warten, dass der blöde Hund ihm seine Beute wieder freiwillig zurück gibt? Also ich kenne keinen. Wenn es aber kein Spiel ist, ein Hund dennoch freiwillig irgendwann mit irgendeinem Spielzeug vor seinem Herrn und Gebieter steht – ist das dann eine Aufforderung zum Wegwerfen des Spielzeugs? Ist es nicht eher eine Aufforderung, sich gemeinsam mit diesem Gegenstand zu beschäftigen – wie Hunde untereinander es auch tun: durch Zerren (und den Hund auch gewinnen lassen), durch eine Jagd nach der Beute, indem der Hund mit seinem Gegenstand losrennt und Herrchen/Frauchen mit Begeisterung hinterher hechtet, mal um den Gegenstand zu ergattern, aber oft genug erfolglos? dog 1367297 1920 300x200

Wenn für den Hund nun Spielen etwas ganz anderes bedeutet als für uns Menschen, sollten wir dann nicht übelegen, ob der Hund dieses „Apportieren“ nicht auch als Ersatzbefriedigung braucht, weil ihm sonst Anerkennung und vielleicht „ehrliche Freude“ seines Menschen fehlen?

Wenn Hunde durch den Ball angeblich motiviert werden.... wozu werden sie denn motiviert? Was ein Hund will, ist Eigentum besitzen – etwas für sich allein zu haben. Spielzeug eben. Er will mit seinem Menschen in Aktion treten – nicht für ihn. Er will die ehrliche Begeisterung seines Menschen beim Spiel erfahren, nicht indem er Leckerlis zugesteckt bekommt, wenn er sein Spielzeug wieder und wieder bereitwillig (mehr oder weniger) an seinen Menschen abgibt. Psychologisch gesehen, ist der Ball (das Stöckchen, oder weiß-der-Kuckuck-was) für den Hund das, was für das Menschenkind der Schnuller ist – es soll ruhigstellen. Schnauze halten und bring das Balli....

Was also hat dieses Ballgewerfe mit Spielen zu tun? Wo bleibt der Hund dabei? Ja, ich weiß, spätestens jetzt kommt das Argument: Der Hund hat aber Spaß dabei.... Hat er das wirklich? Weil er freundlich wedelt, wenn sein Mensch ihm sein Spielzeug (es ist ja eigentlich das Spielzeug seines Menschen) wieder abnimmt? Ist es, weil er in eindeutiger Erwartungshaltung vor seinem Menschen sitzt oder steht, bis der wieder den Ball durch die Gegend schleudert? Vielleicht wartet der geduldige Hund ja nur darauf, dass sein Mensch ihn endlich versteht und mit ihm spielt, so wie Hunde eben spielen?????

Fazit: Wenn schon Ballspiel, dann bitte MIT dem Hund (renn um die Beute, versteck die Beute, verteidige die Beute und lass den Hund die Beute verstecken oder verteidigen).

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