Unser Pro­jekt – Osiri

Quasi seit Anbe­ginn der Zeit (also meiner Zeit:-) küm­mern wir uns um Tiere, die ver­lassen, ver­letzt, gequält oder auch ein­fach nicht gewollt sind. Meine Eltern waren dabei meine Vor­bilder und so bin ich mit dem Tier – ins­beson­dere Hun­de­virus – infiziert. Während meines Studi­ums der Psy­cholo­gie (sowohl Human, als auch Tierpsy­cholo­gie) war ich durch dieses Engage­ment immer wieder in die Lage ver­setzt, Hun­den aus diversen Trau­mata her­aus zu helfen. Meine Inten­sion während des Studi­ums lag deshalb ein­deutig auf Kinderpsy­cholo­gie, denn die Par­al­le­len zwis­chen Kindern und Hun­den waren sehr ein­deutig für mich. Heute gilt es als erwiesen, dass Hunde men­tal und psy­chisch einem Kleinkind entsprechen.

In den let­zten Jahren fiel uns immer wieder auf, dass viele Men­schen guten Wil­lens Tiere aus dem Tier­schutz adop­tieren und dann damit, völ­lig über­fordert allein gelassen wer­den. Viele Tier­schutztiere lei­den unter den diversen psy­chis­chen Störun­gen (Angst­störung, PTBS uvm.) Diese Tiere ver­hal­ten sich nicht so, wie die Adop­tan­ten es erwarten. Sowohl Men­sch als auch Tier sind frus­tri­ert. Viele wan­dern dann von Hun­de­schule zu Hun­de­schule, von Tierpsy­chologe zu Tierpsy­chologe, von Tier­arzt zu Tier­arzt – ohne über­haupt nur annäh­ernd an die Ursache des Prob­lems her­anzukom­men. Das Ende vom Lied ist dann oft, dass der Hund wieder abgegeben wird und für dieses Tier beginnt dann eine erneute Odyssee, in der er entweder immer weiter gere­icht oder im Tier­heim verbleiben wird.

Hier greifen wir ein und haben die pri­vate Ini­tia­tive OSIRI gegrün­det. Bis heute bleiben die Hunde, die wir aufgenom­men haben, in der Regel lebenslang bei uns. Die Geschichte der einzel­nen Hunde findet Du in dieser Rubrik.

Osiri soll nun in erster Linie ver­mit­telnd ein­greifen und sich zwis­chen dem Auffinden eines Hun­des und dessen Weit­er­gabe ein­schal­ten. Nicht als Pflegestelle son­dern auss­chließlich zur Ther­a­pie und Resozial­isierung des Hun­des. Dabei beziehen wir in leichteren Fällen die kün­ftige Fam­i­lie in die Ther­a­pie zu 100 % ein, schw­erere Felle bleiben bis zur voll­ständi­gen Gene­sung oder auch für immer bei uns.

Um dies in einem größeren Rah­men tun zu kön­nen, sind wir noch auf der Suche nach einem geeigneten Grund­stück mit Haus/​Häusern hier in Ungarn und kön­nen auch jede Unter­stützung gebrauchen :-) Hier in Ungarn helfen wir auch Men­schen, beson­ders älteren, ihre Hunde zu füt­tern, zu ver­sor­gen, zum Tier­arzt zu brin­gen usw.

Das ist für uns Tier­schutz an der richti­gen Stelle und wird langfristig helfen, dass die Tiere im Land bleiben kön­nen und nicht an vorüberge­hende Stellen oder Tier­heime in D, A, CH weit­ergeleitet werden.

OSIRI wird das Trauma-​Therapie-​Zentrum für Hunde! Hilf uns dabei.

Seit eini­gen Jahren hat­ten wir keine Hunde mehr aufgenom­men und so kam es eines Tages, dass wir in kurzen Abstän­den gle­ich 4 Hunde über die Regen­bo­gen­brücke gehen lassen mussten. Der Schmerz war nicht nur bei uns Men­schen enorm, auch die Hunde lit­ten sehr. Also beschlossen wir, dass wir mal wieder TS-​Welpen aufnehmen und so kamen Casy und Cody aus Rumänien zu uns. Obwohl wir ja ursprünglich nur einen Welpen nehmen woll­ten, brachten wir es nicht übers Herz, die Geschwis­ter zu tren­nen, die so sehr aneinan­der hin­gen. Solche Abhängigkeit von Hun­den untere­inan­der nen­nen wir „Schat­ten­hunde“ — ein Hund folgt dem anderen wie ein Schatten.

Die wuseli­gen Wauzis brachten tat­säch­lich unsere „Oldies“ wieder auf Trab und so hat­ten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschla­gen. Ganz allmäh­lich zog wieder eine Art von All­tag bei uns und unseren Wuffis ein. Sehr schnell stell­ten wir jedoch fest, dass die bei­den Zuck­er­schnuten sich beim Koten sehr schwer taten. In der Tierklinik stellte man dann fest, dass beide jew­eils einen Knick im End­darm hat­ten. In Übere­in­stim­mung mit den Tierärzten warteten wir zunächst ab, in der Hoff­nung, dass sich dieser Knick verwächst.

Lei­der erwies sich das als Irrtum und so wurde zunächst Casey (die Hündin) operiert. Sie hat das alles sehr gut weg gesteckt, so dass als näch­stes dann Cody unters Messer muss. Wir hof­fen natür­lich, dass auch er alles so gut über­steht wie seine Schwester.

Übri­gens: Die bei­den sind immer zusam­men, so hat Casey ihren Bruder begleitet, bis die Narkose wirkte (wir Men­schen natür­lich eben­falls) und auch Cody wird seine Schwester begleiten.

Sie sind halt Schat­ten­hunde, auch wenn sie es mit­tler­weile aushal­ten, wenn sie ein paar Stun­den nicht zusam­men sind :-)

Dass die bei­den bei uns bleiben, steht ja außer Frage :-)

Josy ist seit mehr als 4 Jahren bei uns. Sie kam als Welpe im Alter von 15 Wochen. Josy wurde aus Por­tu­gal als Rasse­hund ohne Papiere von ihren Men­schen gekauft. Man wollte einen Hund, der nicht riecht und nicht haart, sich brav mit Kindern ver­steht, sich alles bieten lässt und das alles, ohne wirk­lich Erfahrung mit Hun­den zu haben. Als Josy 10 Wochen alt war, rief mich ihre Hal­terin panisch an und erk­lärte mir, dass sie den Hund nun seit zwei Wochen habe und der hochgr­a­dig aggres­siv sei, die Kinder und sie beiße und noch dazu hyper­ak­tiv sei. Natür­lich habe ich nicht geglaubt, dass ein 11 Wochen alter Welpe wirk­lich aggres­siv sein kann. Wir haben täglich tele­foniert, ich habe ver­sucht, der Hal­terin das Wesen eines Hun­des nahezubrin­gen. Dann gab es einen Vor­fall, dass der Welpe tat­säch­lich wohl das kle­in­ste Kind der Fam­i­lie blutig gebis­sen hat. Ich bot also an, die Aufzucht des Hun­des zu übernehmen und zwei Tage später kam Josy bei uns an. Die Hal­terin hatte nahezu 1000 km Weg auf sich genom­men, um uns das Welpi zu übergeben. Völ­lig k.o. Von der Fahrt schlief Josy sich erst ein­mal bei uns aus, nichts war logis­cher­weise zu spüren von Hyper­ak­tiv­ität oder Aggres­siv­ität. Bere­its am drit­ten Tag hatte sich die Kleine bei uns ein­gelebt – und es ging los: sie biss knur­rend jedem in die Hand, der ihr nahe kam, sie ließ sich kaum anfassen und wenn ihr irgend etwas nicht passte, biss sie zu, so fest sie kon­nte … und sie kon­nte fest.… Dazu raste sie durch Haus und Garten wie eine Irre, war nicht zur Ruhe zu brin­gen. Es fol­gten weit­ere Tele­fonate mit der Hal­terin und es kam her­aus, dass man bere­its in Por­tu­gal ver­sucht hatte, die Welpen „scharf“ zu machen. Man gab den neuen Hal­tern auch Tipps, wie sie diese stüm­per­haften Ver­suche weit­er­ma­chen soll­ten… und die hat­ten es getan. Josy war der erste Welpe in meiner gesamten Lauf­bahn, die man wirk­lich als aggres­siv tit­ulieren kon­nte. Dazu kamen Krankheiten, wie Hautkrankheiten, die peri­odisch auf­traten, organ­is­che Prob­leme und vieles mehr. Als die Hal­ter dann erfuhren, dass die Hündin wohl recht hohe Tier­arztkosten verur­sachen würde, teilte man mir mit, dass sie Josy nicht zurück­nehmen würden.

Sei­ther ist sie bei uns. Sie ist rasch ruhiger gewor­den, nach­dem fest­stand, dass sie bei uns bleiben würde. Die Beißerei hat sie mit der Zeit auch gelassen. Geblieben sind:

ein äußerst schwaches Immun­sys­tem, eine Schild­drüse­nun­ter­funk­tion, und viele kleinere und größere Erkrankun­gen, derzeit wieder eine schwere Hauterkrankung, von der die Tierärzte nicht wis­sen, was die Ursache ist. Es wur­den alle nöti­gen Unter­suchun­gen durchge­führt, Bluttests, Haut­gesch­ab­sel, usw. — alles neg­a­tiv. Und die Arme steht unter Medika­menten, damit es nicht grad so juckt. Sie hat weit­ere Tier­arztbe­suche vor sich, den­noch ist sie ein lebenslustiger Hund.

Die Tier­arztkosten für Josy allein betra­gen im Durch­schnitt 200 Euro/​Monat. Aber sie fühlt sich wohl, ist aktiv und über­aus anhänglich. Sie gehört zur Fam­i­lie und wird auch nicht weiter vermittelt.

Dhar­ma­Wolf Ein­nah­men kom­men immer dem OSIRI Pro­jekt und dadurch direkt den OSIRI Hun­den zu Gute!